Abläufe

„Projekte“ zieren den Schulalltag. Sie tragen aber auch Lernende wie Lehrende oftmals über langatmige Phasen des Schulalltages oder gar manches Unbill hinweg. Nachfolgende, recht trocken anmutende Verlaufsskizze schreibt die Zeitschiene nach und soll damit für Dritte nachvollziehbar machen, dass fächerübergreifendes Arbeiten durchaus im regulären Unterricht gehaltvoll verankert sein kann.

Der Unterricht selbst fand während der regulären Stunden des Kunstunterrichtes statt. Nur wenige Termine, wie etwa der Proben- und Konzerttermin des Orchesters und ein weiterer Besprechungstermin musste außerhalb der Unterrichtszeit wahrgenommen werden. Als besonders wertvoll wurde dabei von allen Beteiligten erachtet und geschätzt, dass der Musikkollege des Lehrertandems die Möglichkeit wahrnehmen konnte, den Kunstunterricht zu besuchen und dabei den „musikalischen“ Blick auf Prozess und Arbeit bei zu steuern.

4.12.1997

Die Gruppe der SchülerInnen hört das Tongemälde zum ersten Mal.

  • Erstes Hören ohne Zeichnen
  • Dreimaliges Wiederholen des Stückes mit begleitendem, freiem Zeichnen mit der Aufgabe, diese entweder als
    • atmosphärische Skizze während des Hörens oder im Anschluß an das gehörte Stück oder als
    • analoge Aufzeichnung ähnlich der musikalischen Partitur zu Rihm oder im Sinne einer seismografische Notiz mit großem Anteil eigener Befindlichkeit anzulegen.
  • Hausaufgabe: Beschreibe den ersten Eindrucks mit eigenen Worten (verbale Notiz).
 

8.12.1997

Prof. Stahmer, Hochschule für Musik, stellt Wolfgang Rihm als zeitgenössischen Komponisten und als Freund im Kurs vor.

  • Vortrag und Gespräch
  • Hausaufgabe: Sammle Assoziationen zur Rihmschen Musik, etwa Überlagerungsvorgänge/ Strukturenvielfalt/ Farbe gegen Inhalt, Form gegen Abstrakt (Ideenskizze und dazu gehörige schriftliche Notiz)
 

15.12.1997

Erste Skizzen werden besprochen und Entwürfe ausgewählt.

  • Gespräch: Die Frage nach der Schnittmenge des Schattenstückes und der jeweiligen Skizze steht im Vordergrund. Kriterien sind die von Herrn Stahmer geschilderten Kompositionsaspekte.
 

16.12.1997

Der LK Kunst ist zu Gast in der Orchester-Probe des „conbrio“-Ensembles.

  • Aufgabe:
    „Begleite die Probe des Orchesters und versuche die jeweiligen Fragmente seismographisch mit zu zeichnen.“
  • Hausaufgabe „Erleben - Verstehen - Erklären:
    * Versuche, das Schattenstück ähnlich wie in den Skizzen in Worte zu fassen.
 

In den
weiteren Kunststunden

Die überarbeiteten Skizzen werden je in großer Runde besprochen

  • Gespräch über „Wort -Bild“:
    • Weitere Beispiele aus der Bildenden Kunst werden gesucht und deren Beziehung von Wort zu Bild besprochen.
    • Dahingehend richtet sich der Blick auf die eigenen Arbeiten.
  • Hausaufgabe: „Wähle eine der Skizzen aus und fertige einen endgültigen differenzierten Entwurf an. Achte darauf, das angestrebte Verhältnis von „Bild-Ton“, das du bezüglich des Kirkeby-Stückes und deiner späteren Malerei um zu setzen versuchst, prägnant dar zustellen. Achte dabei auf die Qualität der eingesetzten zeichnerischen und malerischen Mittel!“
 

15.1.1998

Entwürfe werden zur Ausführung als Malerei ausgewählt.

  • Besprechung und Diskussion:
    Komposition und zeichnerisch/ malerischen Mittel der einzelnen Arbeiten werden als eigenständig zu betrachtenden Arbeit besprochen und hinsichtlich der angestrebten Beziehung zur musikalischen Vorlage geprüft.
 

15.1.1998

Entwürfe werden zur Ausführung als Malerei ausgewählt.

  • Besprechung und Diskussion:
    Komposition und zeichnerisch/ malerischen Mittel der einzelnen Arbeiten werden als eigenständig zu betrachtenden Arbeit besprochen und hinsichtlich der angestrebten Beziehung zur musikalischen Vorlage geprüft.
  • Hausaufgabe:
    • „Übertrage den diskutierten Entwurf auf die Leinwand und achte auf eine angemessene Umsetzung (Größe der Leinwand und Wahl der Mittel).“
  • Hausaufgabe
    • Schreibe eine kleine Texttafel, anhand derer du deine bildhafte Wahrnehmung des Musikstückes von Rihm bedenkst. Diese wird bei den geplanten Ausstellungen die Malereien des LK Kunst begleiten:
    • Es steht Dir frei, auf welchen Aspekt oder welche Assoziation du dich im besonderen beziehen magst.
    • Berücksichtige deine ersten Versuche, Aspekte des Hörens zu verschriftlichen und differenziere diese Wahrnehmung über die inzwischen erfolgten Gespräche und Diskussionen.
    • Finde für den Text eine geeignete literarische Form und reflektiere dabei auch deinen persönlichen Schreibstil!“
 

vom 15.1.
bis 11.2.1998

Zwischenbesprechungen begleiten die praktische Arbeit an den Leinwänden.

  • Zwischenbesprechung der Malerei und der dazugehörigen Texte:
    • Einzelne Gruppen treffen sich eigenverantwortlich und präsentieren in großer, von der Lehrkraft nach den genannten Aspekten moderierten Runde die Ergebnisse.
 

12.2.1998 /
13.2.1998

Die Printmedien zur Ausstellung werden gestaltet und gedruckt.

  • Struktur und Inhalt der Textfahnen werden geprüft und die letzten Vorbereitungen für die Präsentation getroffen.
 

13.2.1998

Konzert und Ausstellung finden am Ausstellungsort im „Kasten“ Feuchtwangen statt.

  • Konzertbesuch der Jugendlichen und Lehrkräfte
 

20.2.1998

Das abschliessende Konzert und die begleitende Ausstellung wird in der Musikhochschule Würzburg gefeiert.

  • Konzertbesuch mit kleiner, gemeinsamer Feier im Anschluss.
 

23.2.1998

Ein Resume des Projektes wird in den letzten beiden Schulstunden gezogen.

  • Abschlussbesprechung der SchülerInnen mit den beiden begleitenden Lehrkräften